Erlebnisbericht OMM Alps 2019: Wahrscheinlich der beste Berg-Marathon der Welt

Die besten Geschichten passieren auf der Strecke

Teams berichten von ihren Erfahrungen beim OMM Alps 2019 in Lenzerheide

Wahrscheinlich der beste Berg-Marathon der Welt

Ein Berg-Marathon ist ja eine sehr britische Sache. Wir haben unsere „Open Access Rights“ und das Terrain eignet sich super zum Laufen. Das macht Großbritannien ideal für so ein Format. Außerdem lieben britische Bergläufer, sogenannte Fell Runner, Herausforderungen und sind wohl auch ein bisschen masochistisch. Bei uns organisiert OMM dieses Event schon seit über 50 Jahren, und nun dachte man sich wohl, auch unsere europäischen Freunde sollen sich zwei Tage lang in den Bergen verausgaben dürfen (und dabei auch noch Spaß haben!).

Mein Mountain Marathon-Partner Bryan Carr und ich konnten schon letztes Jahr beim OMM Alps in Garmisch-Partenkirchen teilnehmen. Wir fanden es so gut, dass wir dieses Jahr in Lenzerheide einfach nicht wiederstehen konnten. Und OMM hat sich dort selbst übertroffen: Das Terrain mit seinen bewaldeten grünen Tälern, dann wieder mit Gipfeln und Graten, war atemberaubend.

Nach dem Start stürzten wir erst einmal in dieselbe Richtung als alle anderen, in der Hoffnung, dass wir so zumindest so aussahen, als wüssten wir, was wir taten. Die Karten waren sehr eindeutig und genau. Der Maßstab verriet aber nicht allzu viel, besonders in den umliegenden Felsen und Geröllhalden.

Keiner von uns war jemals zuvor in dieser Höhe gelaufen und wir wussten nicht, was uns erwarten würde. Bryan schien die dünne Luft nichts auszumachen, aber mir machte sie gerade bei den Anstiegen sehr zu Schaffen. Am Nachmittag wurde das Wetter, wie vorhergesagt, schlechter: Es gab Regen und Hagel und rundum donnerte es. Der Grat, den wir auf 2.500 hm überqueren mussten, sah nicht gerade freundlich aus. Glücklicherweise hörte das Gewitter auf und es klarte langsam auf.

Das Overnight Camp lag auf 1.900 m Höhe. Normalerweise kommt man bei einem OMM ins Camp, stellt das Zelt auf, isst, bekommt Krämpfe und schleppt sich im Dunkeln durch den Schlamm zur Toilette, bevor man dann wach im Schlafsack liegt, zittert und betet, dass bald die Morgendämmerung kommt. Das OMM Alps Camp war anders: trocken, warm und es hatte eine atemberaubende Aussicht!

Am nächsten Tag liefen wir gleich 400 m ins Tal (was großartig war) – nur um dann den ganzen Weg erneut nach oben laufen zu müssen. Meine Beine fühlten sich nach der ersten Stunde schon wieder erschöpft an.

Es war ein weiterer, atemberaubender Tag und auf halber Strecke machten wir uns auf den Weg zu einem schmalen, 2 km langen Grat auf 2.500 m Höhe. Danach kamen wir zum schwierigsten Checkpoint des Tages: Wir fanden ihn mit nur wenig Geschick und viel Glück neben dem kleinsten Teich, den man sich vorstellen kann. Von dort an ging es in leichtem Lauf das Tal hinunter zum Ziel.

Letztendlich belegten wir den zweiten Platz im A Course. Hätten wir weniger Foto-Stops eingelegt, dann hätten wir vielleicht gewonnen. Aber das war für uns sowieso nur ein Bonus. Wir sind dankbar, dass wir dieses großartige Rennen mit so vielen Teams aus der ganzen Welt erleben konnten!

Unser Fazit: Vor dem Start Kaffee und ein Croissant auf 2.800 Höhe, Teams aus ganz Europa kennen lernen, Schnaps um 20 Uhr, ein „Alphorn-Wecker“, perfektes Wetter mit etwas Gewitter (damit es nicht langweilig wird), und eine herrliche Route, die zwischendurch auch mal so hart war, wie man es sich nur vorstellen kann… ich habe noch nie einen besseren Berg-Marathon erlebt und ich bin mir nicht sicher, ob es da nicht sogar allen Teilnehmern so geht!

Danke OMM und gut gemacht, absolut brillant!

Jonathan Whilock

(A Course, Text gekürzt)

Erlebnisbericht OMM Alps 2019: Wenn der Vater mit dem Sohne…

Die besten Geschichten passieren auf der Strecke

Teams berichten von ihren Erfahrungen beim OMM Alps 2019 in Lenzerheide

Wenn der Vater mit dem Sohne…

Zu meinem Geburtstag im Frühjahr hat mir mein Junior ein besonderes Geschenk gemacht: Er begleitete mich zum OMM 2019 in die Schweiz und wir starteten als Team. Die Vorbereitungen, also von der Anreise bis zum Probepacken des Rucksacks vor Ort haben bestens geklappt.
Zwischen Frühstück und Start gab es gleich die erste Überraschung. Mit der Gondel ging es in zwei Etappen rauf auf das Rothorn auf 2.875 m zum offiziellen Startpunkt des OMM.
Die Aussicht war perfekt und zur Freude aller war das Wetter voll auf unserer Seite, Sonnenschein mit angenehm frischen Temperaturen – ideale Voraussetzungen für einen sportlich aktiven Tag!
Auf die Minute genau bekamen wir unsere Karte für das Long Score Rennen und schnell waren Maxi und ich uns einig, wie wir die Streckenführung legen um möglichst viele Punkte einzusammeln, aber auf keinen Fall das vorgegebene Zeitlimit zu überschreiten.
Das Navigieren mit Karte und Kompass in „freier Wildbahn“ hat sehr gut funktioniert und wir haben die Checkpunkte effizient angesteuert und gefunden. Unser Plan bezüglich Pace und Streckenlänge hat den gesamten Tag prima gepasst und so hatten wir zwischendurch auch mal die Möglichkeit, den einen oder anderen Schnappschuss zu machen – die Landschaft ist atemberaubend schön und bietet unbeschreibliche Aus- und Weitblicke!

Auf dem Weg ins Nachtcamp nahmen wir noch einige strategisch gute Punkte mit und kamen 45 Minuten vor der Deadline beim OMM Team an. Die Regeln des OMM fordern ein „self supported“ Race, d. h. alles was man in den zwei Tagen braucht trägt man mit sich – das Zelt, die Thermomatten, die Schlafsäcke, Pflichtausrüstung usw. und natürlich auch das nach einem antrengenden Tag so wichtige Abendessen.

Nach dem Aufbau unseres Zelts, haben wir auf dem Gaskocher ein leckeres 3-Gänge Menü zu-bereitet – einmalig gut – beim Schuhbeck in München im Restaurant könnte es nicht besser schmecken. Traditionell gibt es bei der europäischen Variante des OMM am Abend einen Schnaps. Hier musste Maxi für seinen „alten Herrn“ einspringen und zwei trinken ?.
Zur Überraschung aller wurden wir am nächsten Morgen auf Schweizer Art aus den Federn geholt – mehrere Alphornbläser standen um 4:50 Uhr vor Ort und weckten uns mit einheimischen Klängen. Schnell Frühstücken, Zelt zusammenlegen, Rucksäcke packen und los gings auf die zweite Etappe.

Nach einem ersten lockeren Punkt stiegen wir ein tolles Steilstück rauf auf 2.575 m, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe. Die Belohnung war ein traumhafter Panoramablick gefolgt von einem sehr schönen Trail entlang des Grats Richtung Süden. Nachdem der 2. OMM-Tag ebenfalls bei top Wetter so gut lief, konnten auch wir gut und mehr laufen als wir geplant hatten. Mit tollen Bildern vor Augen und super gut gelaunt nahmen wir die letzte Runde entlang der Südseite des Sees und kamen rechtzeitig im Ziel an. Ein letzter Ausrüstungscheck und es war geschafft – high five für Maxi, der sich tapfer geschlagen hat und mit Bravour seinen ersten OMM gemeistert hat. Ich hoffe und wünsche mir, dass es noch ein-zwei-drei Mal klappt ?

Unser Fazit: Ein dickes Lob an das Veranstaltungsteam, es war wieder ein Top-Event, an das bestimmt alle gerne zurückdenken!

 

Manfred Geier

(Long Score)

Ergebnisse OMM Alps 2019

Ergebnisse OMM Alps 2019

Herrliche Ausblicke auf fast 3.000 m Höhe, Lauf- und Wanderspaß in der Bergwelt der Schweizer Alpen und ein Overnight Camp vor beeindruckender Kulisse – das war unser OMM Alps in Lenzerheide am 31. August und 1. September.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern – ihr wart super! Hier geht es zu den Ergebnissen: