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Profi-Tipps gegen den Lockdown-Blues

Der Sport- und Bewegungspsychologe David Charlton gibt Profi-Tipps zum Umgang mit dem Lockdown

Gerade jetzt erleben wir alle auf der ganzen Welt ein neues und ernsthaft herausforderndes Ereignis. Die Coronavirus-Pandemie führte dazu, dass wir alle unseren Tagesablauf erheblich umstellen mussten.

Da Kinder nicht immer in der Schule sind, werden viele von einem oder beiden Elternteilen oder Pflegepersonal betreut. Das lässt viele die Wände hochgehen… und das sind nicht unbedingt die Kinder! Da die Schulen geschlossen sind, verändern sich die Aufgaben der Lehrkräfte, die hektisch Lernressourcen online zusammenstellen. Unternehmen arbeiten, wenn möglich, von zu Hause aus. Leider sind viele Unternehmen dadurch nicht in der Lage, so zu arbeiten, wie sie es gerne würden.

Schlagworte, die in den Medien auftauchen, sind Unsicherheit, Veränderung, Panik, Stress, Druck, hilflos, besorgt, ängstlich und viele mehr.

Wie können wir also diese schwierige Zeit überstehen? Eine positive und belastbare Denkweise ist eine Möglichkeit, und im Folgenden werde ich über drei weitere Möglichkeiten sprechen, wie ihr eure um eure psychische Gesundheit kümmern könnt.

Warum sollte ich mich um meine psychische Gesundheit kümmern?

Ausbrüche wie das Coronavirus (COVID-19) können sehr beängstigend sein und einen großen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit haben.mEs ist wichtig, informiert zu bleiben und auf die richtigen Quellen zu hören.

Je nach Situation müssen wir zu Hause zu bleiben und dürfen nur aus bestimmten Gründen unterwegs sein. Einzelheiten bekommt ihr dazu von der Regierung.

Was bedeutet das?

Für manche Menschen ist es kein großes Problem – Menschen, die ihr Zuhause lieben und gerne in ihrer eigenen Gesellschaft sind, wird es nicht allzu sehr stören. Ich verallgemeinere hier, da die Persönlichkeiten von Menschen unterschiedlich sind, aber wenn ihr Läufer, Radfahrer oder Golfer seid, beeinträchtigt es euch vielleicht nicht so sehr beeinträchtigen wie z. B. einen Fußballer, Rugbyspieler oder Hockeyspieler. Sportler, die Einzelsportarten betreiben, sind eher daran gewöhnt und schätzen die Ruhe des Trainings allein, während Mannschaftsspieler manchmal damit zu kämpfen haben, da sie gerne in der Gruppe sind und die Kameradschaft und das Geplänkel vermissen.

Was kann passieren, wenn meine psychische Gesundheit leidet?

Aufgrund der Veränderungen in Ihrem Tagesablauf, Zukunftssorgen und sozialer Isolation kann es zu folgenden Erscheinungen kommen:

  • Dass ihr im Umgang mit geliebten Menschen reizbar werdet.
  • Vielleicht seid ihr unruhig oder fühlt euch rührselig.
  • Manche Menschen werden schläfrig
  • Andere haben Probleme, nachts zu schlafen
  • Viele Menschen fühlen sich vielleicht wütender als normal
  • Gefühle der Hilflosigkeit können ein weiteres Zeichen sein
  • Euer Körper kann sich müder und angespannter als normal anfühlen

Was solltet ihr also tun?

1. Konzentriert euch auf einen Tag nach dem anderen
Wenn ihr euch zu sehr mit der Zukunft beschäftigt, könnt ihr euch überfordert und hilflos fühlen. Gestaltet eure Zukunft also, indem ihr hilfreiche tägliche Routinen, Beiträge, Errungenschaften und Ergebnisse einführt.
Achtete zum Beispiel darauf, euch ausgewogen und gesund zu ernähren, oder macht morgens als Erstes etwas Sport.

2. Fokussiert euch und setzt euch Tages- und Wochenziele
Das Setzen von Zielen ist eine bewährte Methode, die viele Sportler und Fitness-Fanatiker regelmäßig anwenden. Sie kann sehr motivierend sein und euch Selbstvertrauen geben. Ich möchte euch ermutigen, das zu versuchen und die SMART-Prinzipien zu verwenden: Spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert.

Vielleicht möchtet ihr ja sogar meinem Beispiel folgen.
Meine Zielsetzung für die letzte Woche war es, jeden Tag 20 Minuten Indoor-Körpergewichtsübungen zu machen, um meine Arbeit und die Betreuung von zwei jungen, ungestümen Jungs zu bewältigen. In den Trainingseinheiten habe ich mich selbst mit 40 Mountain Climber und 40 Liegestützen pro Tag herausgefordert. Als Ergebnis habe ich das Gefühl, etwas erreicht zu haben, und fühle mich ziemlich gut. Ich freue mich jetzt darauf, diese Woche jeden Tag 45 der beiden Übungen zu versuchen.

3. . Konzentriert euch auf das, was ihr habt
Wenn Schwierigkeiten auftreten, ist es sehr einfach, auf die Dinge zu schauen, die in eurem Leben fehlen. Sei es die Möglichkeit, ins Fitnessstudio zu gehen, zur Arbeit zu gehen, zu trainieren oder Sport zu treiben, einen Kaffee mit Freunden zu trinken, ein paar schöne Klamotten zu kaufen (wenn das euer Ding ist – meins ist es nicht!) oder einen Tag lang wandern zu gehen.

Der Blick auf die Dinge, die ihr nicht tun könnt, kann euch lähmen und euch hilflos fühlen lassen. Dadurch fällt es euch sehr schwer, Entscheidungen zu treffen und etwas zu unternehmen. Wenn es also um Fitness und Bewegung geht, würde ich euch ermutigen, darüber nachzudenken, was euch zur Verfügung steht.

Ihr habt vermutlich genug Platz, um euch hinzulegen? Wenn das der Fall ist, kann es losgehen. Ihr könnt viele Übungen mit dem eigenen Körpergewicht machen, für die ihr keine Geräte benötigt.

Vielleicht besitzt ihr keine Gewichte, habt aber einen Rucksack im Schrank – diesen könnt ihr mit Dosen oder anderen Gegenständen füllen und damit „Gewichte“ heben, oder mit ihm Kniebeugen machen.

Vielleicht habt ihr Platz in einem Garten, um ein paar Pendelläufe zu machen, wenn ihr nicht zum Laufen rausgehen könnt, weil ihr zum Beispiel kleine Kinder habt.

Oder gehört ihr vielleicht zu den Glücklichen und habt ein verstaubtes altes Laufband, eine Rudermaschine oder einen Heimtrainer im Haus? Nutzt das!

Warum sollte ich mich regelmäßig bewegen?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sport auf folgende Weise gut für unsere geistige Gesundheit ist:

• Allgemeines Wohlbefinden
Mit einer verbesserten psychischen Gesundheit ist wahrscheinlich ein kurzfristiger spürbarer Nutzen verbunden, den euer Bewegungstraining verstärken wird. Mit anderen Worten: Wenn ihr das tägliche Training zu einer Priorität machen, bleibt ihr motivierter, habt ein höheres Energieniveau, ein niedrigeres Stressniveau und eure Stimmung wird sich wahrscheinlich auch nach dem Training heben.

• Laune
Angstzustände und Depressionen können Begleiterscheinungen einer solch harten Zeit sein und sind heute häufige klinische Störungen. Bewegung als Therapie kann eine sehr nützliche Behandlung sein, um diese Störungen zu bewältigen und zu überwinden.

• Schlaf
Manche Menschen können Schlafprobleme bekommen, wenn ihr Leben und ihre Routinen durcheinandergeworfen werden. Bewegung kann sehr hilfreich bei der Regulierung des Schlafverhaltens sein.

• Selbstwertgefühl
Das Selbstkonzept und die Identität einer Person können sich in dieser Zeit stark verändern. Vielleicht hattet ihr einen Job, den ihr geliebt habt und könnt nun nicht arbeiten, oder werdet auf einmal zur Haupt-Pflegeperson für die Kinder. Das ist eine große Veränderung für die Identität in so kurzer Zeit. Hier ist es wichtig, dass ihr euch realistische Ziele setzt und sicher geht, eine Umgebung zu schaffen die Gefühle der Beherrschung, Kompetenz und ein positives Körperbild fördert.

• Kognitive Fähigkeiten
Bewegung ist auch gut für unseren Verstand. Selbst ein einfacher Spaziergang kann hilfreich sein und reduziert laut Forschung wahrscheinlich den kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen. Egal, ob ihr jung oder alt seid, ich ermutige euch, eine anregende Umgebung um euch herum zu schaffen und euch selbst zu einem Training für Gehirn und Körper herauszufordern. Ein Workout geistig komplexer zu machen, die Umgebung von Zeit zu Zeit zu verändern und verschiedene sportliche Übungen auszuprobieren, die ihr normalerweise nicht macht, sind tolle Möglichkeiten dazu.

David Charlton ist der Inhaber von Inspiring Sporting Excellence, ein HCPC registrierter Sport- und Trainingspsychologe, sowie ein Mental Toughness und Leadership Coach in der Geschäftswelt. Er arbeitet seit 10 Jahren erfolgreich als Berater für Tausende von Athleten von Sportarten wie Golf, Fußball, Rugby, Cricket, Triathlon, Motorsport, Boxen und vielem mehr. Er unterstützt auch Trainer, Teams, Vereine und Organisationen, von der Basis bis zur professionellen Elite, um ihre Ziele durch die folgenden Hauptbereiche zu erreichen:

1) Verbesserung des Niveaus der mentalen Stärke, indem er Einzelpersonen und Teams hilft, besser mit den Herausforderungen und Belastungen des Sports und des Lebensstils umzugehen.

2) Unterstützung von Teams, um als Einheit zusammenzuarbeiten

3) Entwicklung von herausragenden Führungsqualitäten

4) Kultur der Hochleistung

NLP and SPORTS HYPNOTHERAPY PRACTITIONER
BSC PSYCHOLOGY
MSC SPORT AND EXERCISE PSYCHOLOGY
CHARTERED SPORT AND EXERCISE PSYCHOLOGIST WITH HEALTH CARE PROFESSIONALS COUNCIL (HCPC), BRITISH PSYCHOLOGICAL SOCIETY (BPS) AND BRITISH SPORT AND EXERCISE SCIENTISTS (BASES)

Abseits seiner Arbeit ist David ein sehr aktiver und energiegeladener Mensch. Man findet ihn mit seiner jungen Familie oder auf dem Golfplatz, beim Laufen oder beim Bergsteigen.